Dorit Linke, Autorin

Wissen, Werte und Bildung in Zeiten der Digitalisierung

Autor: Dorit Linke Seite 1 von 8

Achtung! Verschwörung!

Krisen führen zu kruden Verschwörungstheorien, das zeigt ein Blick in die Menschheitsgeschichte genauso wie die aktuelle Corona-Krise. Wir Autorinnen und Autoren schreiben spannende Bücher für Kinder und Jugendliche und haben dabei auch einen bildungspolitischen Anspruch.

Nicht immer erkennen junge Menschen Verschwörungstheorien. Viele holen sich ihr „Wissen“ aus zweifelhaften Quellen, sind anfällig für propagierte „einfache Lösungen“ und absurde Schuldzuweisungen. Das ist gefährlich, denn es führt neben Fehlinformation zur Ausgrenzung anderer Menschen und zu einem inhumanen „Wir-Gegen-Euch“ Denken.

Was dagegen hilft? Bildung, Spaß am Denken und Freude am Erarbeiten von Zusammenhängen, aber auch die Einsicht, dass Lernen ein Prozess ist, der uns alle ein Leben lang begleiten sollte. Literatur kann Schülerinnen und Schüler dazu befähigen. Wir #onleli Autorinnen und Autoren kommen mit Büchern, Wissen und Erfahrungen in die Klassenzimmer.

Für Autoren: Das eigene Onlinelesungskonzept

Das Konzept einer Lesung vor Ort lässt sich nicht auf Onlinelesungen übertragen, da Literatur– und Inhaltsvermittlung digital anders funktioniert als analog. Die junge Generation muss jedoch digital und im Sinne der Leseförderung erreicht werden.

Für viele Autor*innen ist das Onlineformat Neuland. Ich biete Schulungen an, unterstütze bei der Konzeptentwicklung als auch bei inhaltlichen, technischen oder strategischen Fragen.

Welche Medien und Bausteine ermöglichen die gewünschte Interaktivität und bestmögliche Wissensvermittlung? Die Antworten sind oft allgemeingültig, müssen aber für die unterschiedlichen Bücher und Inhalte immer wieder neu gefunden werden.

In Einzelschulungen, online oder telefonisch, führe ich an das Thema heran.

Ziel: Erstellung eines transparenten und leicht umsetzbaren Onlinelesungskonzepts, das Ihren Inhalten und Strategien entspricht und somit auf Ihre zukünftigen Bücher übertragen werden kann.

Dauer der Online Schulung: 1,5 Stunden Live-Schulung und Gespräch, dazu 1 Stunde Vorbereitung und 1,5 Stunden für die gemeinsame Nachbereitung und Konzepterstellung.

Kosten insgesamt: 480 Euro zzgl. Mehrwertsteuer.

Bei Interesse kontaktieren Sie mich bitte per Mail oder schlagen unverbindlich über den Button „jetzt Termin vereinbaren“ einen ebensolchen vor. Vielen Dank für das Interesse.

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100 Jahre

Heute wäre meine Oma Gerda 100 Jahre alt geworden. Ich vermisse sie sehr und vergegenwärtige mir mal wieder das Zeitalter, in welches sie hineingeboren wurde.

Was für ein Glück ist es doch, in Frieden leben zu können.

Wenn es einen Himmel gibt, dann schaut sie von dort auf ihre blaue Ostsee hinaus und isst saure Sanddornbeeren.

work in progress

So leicht kommen wir nicht davon

Anfang Mai durfte ich zur virtuellen Ringvorlesung „Grenzen, Wenden, Umbrüche. Mauerfälle in Literatur, Musik und Film“ der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beitragen.

Maren Conrad, Juniorprofessorin für Neuere deutsche Literatur, Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur, und ich haben Onlinelesungen zu „Jenseits der blauen Grenze“ und zur Fortsetzung „So leicht kommen wir nicht davon“ (Roman ist in Arbeit) durchgeführt und außerdem einen Podcast aufgenommen. Wir sprachen über die Bedeutung von Geschichtsvermittlung an Schulen, über die DDR und über Rostock-Lichtenhagen.

„Schreiben über die DDR. Ein Werkstattgespräch zu Romanprojekten – Schweigen, Gewalt und Wegschauen in der DDR als ein Motor der rassistischen Übergriffe in Rostock-Lichtenhagen 1992.

Hört doch mal rein, ich würde mich freuen.

Podcast Ringvorlesung: mit Maren Conrad (Universität Erlangen) und Dorit Linke





onleli – Plattform von Autoren

Wer meine Arbeit kennt, weiß, dass ich im vergangenen Jahr etliche Onlinelesungen und Fachgespräche an Schulen und Bibliotheken mit meinen Büchern durchgeführt habe. Auch in diesem Jahr finden diese monatlich statt.

„Werden diese Lesungen denn auch bezahlt?“, fragen jetzt sicherlich einige Autoren. Ja, werden sie – den aktuellen Standards des Schriftstellerverbandes entsprechend.

2019 habe ich mich gefragt, was passieren würde, wenn externe Dritte das Onlinelesungsformat übernehmen würden. Ich wollte schneller sein (also Igel, nicht Hase) und habe eine bundesweite und verlagsunabhängige Plattform ins Leben gerufen, die Autoren und Schulen zusammenbringt – für lehrplanbezogene Onlinelesungen im Unterricht, mit klaren Qualitätsstandards für Autoren als auch für Anfragende, die eingehalten werden müssen.

Das Kind heißt onleli (steht für Online_Lesung_Live) und hat eine eigene Webseite

Es gab in der letzten Zeit viele Diskussionen um dieses Format und Abwehr aus Unkenntnis oder fehlender Gewohnheit. Die Befürchtung, dass Onlinelesungen kein Geld für Autoren bringen werden oder regionale Literaturförderung aufgrund der Präsenz globaler Streamingdienste gefährdet ist, tritt ein, wenn wir uns nicht dem digitalen Wandel stellen.

Suchen wir also nicht immer das Haar in der Suppe, sondern schaffen wir selbst die nötige digitale Infrastruktur, mit klar definierten Bedingungen, an die wir uns halten. Überlassen wir das nicht jenen, die sich eben gerade nicht Literaturförderung oder politische Bildung auf die Fahnen schreiben, sondern Gewinnmaximierung.

facebook bringt in Kürze eine App heraus, die es Künstlern ermöglicht, bezahlte Online-Events durchzuführen. Wo landen dann wohl die Autorenhonorare angesichts des aktuellen Streamingpreiskampfes? Rhetorische Frage.

Wer von euch Autoren und Sympathisanten auch das Gefühl hat, eine übergeordnete, verlagsunabhängige Gemeinschaftsplattform mit klar definierten Qualitätsstandards für Onlinelesungen könnte irgendwie der richtige Weg in die Zukunft sein, der teilt bitte diese Info.

https://onleli.de/

Großes Kino – Warten auf’n Bus

Also mal wieder Ostdeutschland, nach unzähligen Büchern und Filmen, nach oftmals halbgaren Versuchen, den Osten zu erzählen, ihn in ein zu enges Korsett zu zwängen, damit ein abschließendes und irgendwie versöhnliches: „Ja, so war das“ möglich wird.

Und plötzlich ist da „Warten auf’n Bus“, eine Mini-Serie vom Regisseur Dirk Kummer nach dem Drehbuch von Oliver Bukowski, die zu keinem Zeitpunkt auf einfache Erklärungen abzielt, sondern mit ihrer Intelligenz und Warmherzigkeit mitten in Mark und Herz trifft. Wie selbstverständlich ist die Serie da, und man fragt sich, was man ohne sie all die Jahre eigentlich gemacht hat.

In „Warten auf’n Bus“ geht es um weit mehr als „nur“ eine Männerfreundschaft in einer strukturschwachen Region, um mehr als Gerangel um eine Frau, um mehr als schlaue Sprüche (diese sind zugegeben frappierend klug und schlagfertig). Es geht ums Eingemachte, um einst kraftvolle Leben, die zum Halten gekommen und auf der Strecke geblieben sind. Und es geht nicht um Schuld. Was soll man auch sagen? Haut doch ab? Wohin denn? Und was genau sollen die Menschen tun, die nicht weggehen konnten, es nicht wollten, aus Gründen?

Davon erzählen Hannes und Ralle (grandios: Ronald Zehrfeld und Felix Kramer) an ihrer Bushaltestelle, mal ganz leise, mal ganz laut, zanken wie ein altes Ehepaar, kloppen sich, lachen begeistert über ihre eigenen Witze, sind oftmals und verständlicherweise zynisch, bewegen sich schwindelerregend nahe an menschlichen Abgründen und finden immer wieder versöhnlich zueinander – durch Kommunikation und im ständigen Ringen um Wertschätzung und Selbstachtung. Bei all dem Aufbegehren werden sie begleitet vom treuen Hund Maik (typisch ostdeutsch mit „ai“).

In regelmäßigen Abständen zeigt sich die Liebe. Den beiden Protagonisten und
auch den Zuschauern wird schnell klar, dass diese nicht erfüllt werden wird, zumindest nicht so, wie man sich dies vielleicht vorstellt. Die Busfahrerin Kathrin (grandios: Jördis Triebel) steht für das sture Nichtaufgebenwollen der Hoffnung, sie ist ein wohltuendes Bild für die Wahrung der Würde in einer recht aussichtslosen Lage. Und sie schenkt uns in einer gleichermaßen brachialen, witzigen und todernsten Situation eine wunderbar emanzipierte Naziverkloppszene.

Für mich gehört dieses Trio zu den stärksten ostdeutschen Charakteren, die im Film bisher gezeigt worden sind. Es sind gebrochene Menschen und auch wieder nicht, sie schwärmen von früher, von besseren Zeiten, erzählen von ihren Träumen und von ihrer Jugend, verklären dabei aber zu keinem Zeitpunkt die DDR, sondern ordnen sich, ihre Brüche, ihren Schmerz ein in den gesellschaftlichen Wandel, bleiben dabei aber kritisch und offen, wehren sich gegen Anmaßung und Dummheit.

Diesen Spagat zu schaffen in einer Kultur, die Geschichte(n) gern vereinfacht für den sogenannten Mainstream aufbereitet, und dann auch noch in dieser Komplexität filmisch darzustellen – das ist eine Meisterleistung von Regie, Drehbuch und Darstellern.

Am Ende denkt man kein abschließendes „Ja, so war das“. Man denkt: „Ja, so war das, so ist das, so bleibt es vermutlich auch noch eine Weile.“ Und dann schaut man die ganze Serie noch einmal von vorne an.

Berlin in Zeiten von Corona

Ostereier sind bunt, meine Berlin-Fotos heute schwarz-weiß.

An den Hotspots waren erstaunlich viele Touristen, was eigentlich nicht sein kann. Vielleicht kamen sie ja aus Spandau oder Eberswalde angereist. Schöne Ostern und passt auf euch auf 💙

Auf Sicht fahren – Geht’s noch?

Eine Haltung prägte die letzten Jahrzehnte der Buchbranche: „Wir versuchen es auf unsere Art, so lange es eben geht. Und wenn es nicht mehr geht, dann übernehmen die, die es können.“ Mit dieser innovationsfeindlichen Verhaltensweise wurde dem Neoliberalismus Tür und Tor geöffnet. Und er hat mittlerweile übernommen. Eine steile These? Schauen wir uns mal die aktuelle Wirklichkeit an.

Wie oft habe ich den vergangenen Wochen von Autoren, die nicht „nur“ zwei, drei Bücher (immerhin!), sondern weit mehr veröffentlicht haben, gehört: „Ohne Lesungen kann ich nicht weitermachen“.  Die letzte gute, konventionelle, mehr oder weniger regelmäßige Einnahmequelle ist derzeit versiegt. Ob, wann und wie sie wieder zu sprudeln anfangen wird, steht in den Sternen. Doch davon hängt für hauptberufliche Autoren nun fast alles ab.

Untervergütung, Dumpingpreise, Flatrates, eine desaströse digitale Verwertung zwingen Autoren schon lange in die Knie. Bücher lohnen sich nicht für die, die sie schreiben, zumindest nicht finanziell. Das ist nichts Neues, das wissen Verlage, Lektoren, Vertriebler, Buchhändler, Agenten seit Jahren. „Der Markt gibt nicht mehr her“, ist das Totschlagargument seit Jahren. Diesem Mantra hat man sich ausgeliefert, es akzeptiert, weil es irgendwie funktioniert hat. Bis jetzt.

Das Buchbranchenkartenhaus droht zusammenzukrachen, so wie andere Kartenhäuser unserer Gesellschaft auch. Buchhandlungen sind geschlossen, der mächtigste Onlinehändler liefert vorzugsweise andere Waren aus, geplante Neuerscheinungen werden verschoben, Veranstaltungen fallen aus, die Absagen reichen aktuell bis in den Herbst hinein.

Ein Großteil der Autoren sieht in Zeiten von Corona nun kein Land mehr. Einfache Wahrheit: Die am Anfang der Verwertungskette stehen, springen als erste über die Klinge, Ausnahmen gibt es immer. Systemrelevanz wird nicht wertgeschätzt, das ist die simple, systemimmanente Wahrheit. Zu Recht regen sich die Leute in den sozialen Diensten über das Balkongeklatsche auf, so nett es auch gemeint ist. Immerhin können wir Autoren weiterschreiben, das zumindest bleibt. Und so gesehen sind wir mit dieser Kernkompetenz ganz am Ende dann doch wieder vorn, insofern wir durchhalten und noch Bock auf all das haben.

In den letzten Tagen haben wir häufig die Formulierung aus der Buchbranche gehört, man müsse jetzt „auf Sicht fahren“ – in Zeiten der Digitalisierung ist dies das größte, ärgerlichste Armutszeugnis überhaupt, es ist verantwortungslos den Wertschöpfenden gegenüber, doch die Formulierung beschreibt gut den Zustand, der seit Jahren beharrlich verteidigt wird. Also weiter auf Sicht fahren.

Gleichzeitig sehen wir aber auch, wie schnell es gehen kann mit den neuen Ideen (die so neu nicht sind). Etliche Schulen führen rasant digitale Formate und Konferenzsoftware ein. Datenschutz?  Ist doch jetzt egal! Plötzlich scheint einiges möglich, plötzlich ist da ein Pioniergeist, ein „Über-den-Tellerrand-Schauen“, eine trotz allem vorwärtsdrängende Stimmung. Ich wünschte, wir hätten dies in ruhigen Zeiten getan, hätten achtsam und mit der nötigen Besonnenheit umstrukturiert, hätten Abwehr gegen das Unbekannte ersetzt durch Neugier auf das Neue. Eine vernünftige Abwägung von Innovationsdruck, Sicherheit und Werten hätte längst stattfinden und auch umgesetzt werden müssen.

Doch hätte hätte muss nun vorerst zuhause bleiben.

Ich schreibe derweil weiter.

Gründung von METIS e.V.

„Wenn die Welt untergeht, so ziehe ich nach Mecklenburg, denn dort geschieht alles 50 Jahre später.“ Diesen Satz soll Bismarck mal gesagt haben. Das Zitat ist umstritten – und stimmt ohnehin nicht.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden und werden digitale Vermittlungskonzepte für Unterricht und Freizeit umgesetzt, über deren grundsätzliche Bedeutung aus aktuellem Anlass gerade aufgeregt diskutiert wird.

Ich freue mich und bin stolz darauf, Gründungs- und Vorstandsmitglied von METIS e.V. und damit Teil eines anhaltend aufregenden Prozesses zu sein.

Mit meiner Mitstreiterin Katharina Lifson, Dozentin für medienpädagogische Vermittlungskonzepte, habe ich in den vergangenen Wochen so einiges gerockt: Wir haben am Konzept gearbeitet, die Webseite von METIS e.V. gebaut, Förderanträge geschrieben.

Alles war von langer Hand geplant, die intensive und lösungsorientierte Vorarbeit war geleistet und erreichte mit unserer Vereinsgründung einen ersten Höhepunkt im Januar 2020 und mit der Coronakrise im März 2020 dann eine drängende Bedeutung.

Auch vorher schon haben wir uns von Widerständen und Vorurteilen nicht beirren lassen und sind immer von der Notwendigkeit der Nutzung und Implementierung digitaler Formate in Bildung und Leseförderung überzeugt gewesen. Wir haben Diskussionen über das „Wie“ geführt, haben viele Bedenken ausgeräumt und uns auch der vorurteilsbehafteten und konservativen Diskussion um das „Ob“ gestellt. Zumindest letztere ist spätestens mit den aktuellen und gravierenden Veränderungen unserer Gesellschaft obsolet geworden.

Nun schauen wir auf erprobte digitale Konzepte, auf eine nachhaltige Infrastruktur, wertevermittelnde Inhalte und wichtige Kooperationspartner. Die notwendige Finanzierung steht: Unsere Formate werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Deutschen Bibliotheksverband gefördert.

Bereits diesen April starten wir mit unseren Online-Kursen, Online-Lesungen und vierwöchigen Web-Seminaren. Wir schreiben Romane um zu Drehbüchern mit dem Ziel einer Instagram-Inszenierung.

Neben Leseförderung und Medienpädagogik haben wir uns vieles auf die Fahnen geschrieben, vor allem aber das: Spaß an der Literatur, Spaß an Ideen und Innovation, Respekt vor der vielfältigen Lebenswelt junger Menschen – und Verantwortung im Sinne eines kreativen und bewussten Umgangs mit digitalen und sozialen Medien.

Schaut vorbei! Wir freuen uns auf euch.
Und wir freuen uns, wenn ihr diese Info teilt.
Ahoi aus Mecklenburg-Vorpommern.

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