Die Süddeutsche Zeitung am 4.11.2019 in der Rubrik „Politisches Kinder- und Jugendbuch zu „Wir sehen uns im Westen“.

„… und es gelingt ihr, Zeitgeschichte authentisch und ungemein lebendig an ihre jungen Leserinnen und Leser zu vermitteln.“ Hilde Elisabeth Menzel

Vollständige Rezension hier
Treffpunkt Neptunbrunnen. Von Hilde Elisabeth Menzel, Süddeutsche Zeitung

von Saskia Geisler

„Das Jubiläumsjahr 2019 sorgt dafür, dass jeder Kinder- und Jugendbuchverlag, der etwas auf sich hält ein „Wendebuch“ bringt … Es gibt aber natürlich auch Autor*innen, die sich jenseits von Trends sowieso schon mit dem Thema Ost- und Westdeutschland auseinandersetzen. Eine davon ist Dorit Linke, deren „Jenseits der blauen Grenze“ ich schon begeistert besprochen habe. Mit „Wir sehen uns im Westen“ hat sie nun ein kurzes und knappes Juwel zum 9. November 1989 geschaffen.“

„Klar, ein bisschen Drama ist bei dieser Liebesgeschichte auch dabei. – Aber eben nicht nur. Da ist Lutz, der nicht weiß, ob er mit seinem lila Irokesen nun eigentlich den westdeutschen Punkern ähnlicher ist, denen er begegnet, oder nicht doch dem Pärchen aus Pankow, das mit ihm die Grenze überquert hat. Da ist Nina, die sich auf dem Dach ihres alten Hauses in Ostberlin daran erinnert, wie frei sie sich als Kind hier immer gefühlt hat. Dorit Linke gelingt es wie schon in „Jenseits der blauen Grenze“ meisterhaft, das Unrechtsregime der DDR aufzuzeigen, die Alltagsprobleme und -sorgen zu beschreiben und gleichzeitig eben nicht alles schwarz-weiß zu malen, sondern die Nuancen dazwischen sichtbar werden zu lassen. Da sie selbst 1971 in Rostock geboren ist, kennt sie das Gefühl, als Jugendliche in der DDR zu leben und das ist den Texten deutlich anzumerken. „Wir sehen uns im Westen“ ist ein knappes Buch, ja, aber manchmal braucht es eben keine 300 Seiten, um eine rundum gute Geschichte zu erzählen.“

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World for kids

Das erste Buch führt euch gar nicht so weit zurück – nur 30 Jahre. Zurück zur Nacht des Mauerfalls, wie feiern das Jubiläum in diesem Jahr. Dorit Linke, die sich auch schon mit „Jenseits der blauen Grenze“ einen Namen gemacht hat, hat in der Reihe Carlsen Clips eine Geschichte über genau diese Nacht geschrieben: Als die Mauer fiel und die Menschen endlich von Ost nach West durften – aber auch von West nach Ost? Oder kam man dann gar nicht wieder zurück? „Wir sehen uns um Westen“ beschreibt diese eine unvergessliche Nacht, in der zwei Teenager versuchen, zu ihrer großen Liebe zu gelangen, und dabei alle Grenzen überwinden. Das Buch schaut hinter die Fassaden, lässt das Leben damals aufblitzen, zeigt Licht und Schatten der getrennten Stadt. Ein schnelles Buch in Tempo wie im Umfang, aber lange im Kopf und im Herzen.

Eine Nacht, die alles veränderte

von Janett Cernohuby 

„Auf gerade einmal 104 Seiten bringt Dorit Linke große Emotionen, Eindrücke und Erinnerungen unter. Ihr gelingt es, mit wenigen Worten einen kurzen, aber nachhallenden Abriss einer Epoche zu zeichnen. Ein Stück Zeitzeugnis zu schaffen, das uns diesem vergangenen Ereignis teilhaben lässt. Das Buch ist packend und mit großen Gefühlen geschrieben. Man scheint alles hautnah mitzuerleben. Es ist ein besonderes Talent, so große Emotionen mit so wenigen Worten ausdrücken zu können.“

„Dorit Linke nimmt uns in ihrem Buch mit auf eine Zeitreise zurück zu einem denkwürdigen Ereignis:  zum 9. November 1989. Ein Datum, das vielen Menschen in Erinnerung bleibt und welches ihr Leben massiv verändern sollte. Denn an jenem 9. November wurde die so streng bewachte Grenze zwischen den beiden deutschen Ländern geöffnet. Wie hat sich das damals angefühlt? Was ging in den Köpfen der Menschen vor? In den Köpfen jener Menschen, die in Berlin an der Bornholmer Straße standen und jenen, die zuhause vor dem Fernseher saßen?“

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