Rezension Süddeutsche
Freitag, der 18. September 2026„Hinterm Meer fängt der Schmerz erst an“ von Kathleen Hildebrand, Süddeutsche Zeitung, 7. September 2026
Eine 17-Jährige schwimmt 1989 über die Ostsee in den Westen, kurz danach fällt die Mauer. „So leicht kommen wir nicht davon“ erzählt detailliert und berührend vom Ende der DDR und der Wendezeit
„Linke vermittelt hervorragend, dass hier gar nichts einfach ist. Die Verflechtungen von Familie und Politik, das Sich-anpassen-Sollen und Nicht-still-sein-Können, das erbarmungslose System von Schule und Jugendstrafanstalten der DDR zeichnet sie in all seiner bleiernen Schwere und Gemeinheit. Hanna ist gedrückt davon, vor allem aber ist sie traumatisiert, denn sie ist nicht allein durch die Ostsee geschwommen. Ihr bester Freund Andreas zog neben ihr durchs schwarze Wasser…
Hannas Geschichte reicht hier bis zur Jahrtausendwende. Sie ist nach Schott-land ausgewandert, auf die windumtoste Insel Skye. Es ist, als konnte sie erst hier, in einem anderen Land, wirklich frei werden, von der Vergangenheit und von der Schuld, die, so fragt sie, vielleicht an jedem klebt, der in einem unterdrückerischen Staat gelebt hat.
Roman „So leicht kommen wir nicht davon“: Hinterm Meer fängt der Schmerz an – Kultur – SZ.de

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