Dorit Linke, Autorin

Lesungen, Workshops, politische Bildung

Schlagwort: Dorit Linke

Online-Live-Interviews und Lesungen

Vom Schreibtisch ins Klassenzimmer
Oder: Der Blick über den Tellerrand

Für den fächerübergreifenden Schulunterricht biete ich Onlinelesungen live und Fachinterviews zu den Themen DDR-Diktatur, Schule, Aufwachsen in der DDR, Leben und Alltag in der Diktatur, Sport in der DDR, Mauerfall und Wiedervereinigung an.

Das Angebot richtet sich an Schulklassen, die kurzfristig eine Live-Online Lesung oder ein themenbezogenes Gespräch für den Unterricht buchen möchten, vor allem aber auch an internationale Schulen im Ausland, für die eine Lesung vor Ort aufgrund der Entfernung nicht realisierbar wäre.

Die Interviews sind natürlich auch auf Englisch möglich.

Termine gibt es hier

Vierte Auflage „Jenseits der blauen Grenze“

„Jenseits der blauen Grenze“ erscheint in der 4. Auflage – Ein herzliches Dankeschön an alle, die das Buch erworben, empfohlen, verschenkt haben.

Schweriner Literaturtage 2018

Ein paar Eindrücke von einem sehr schönen Ausflug nach Schwerin. Herzlichen Dank an die Stiftung Mecklenburg für die Möglichkeit einer Lesung aus „Jenseits der blauen Grenze“ im Rahmen der „Schweriner Literaturtage 2018“. Es war toll!

 

Premiere am Theater der Altmark in Stendal „Jenseits der blauen Grenze“

Nach der Uraufführung am Volkstheater Rostock bringt nun auch das Theater der Altmark in Stendal „Jenseits der blauen Grenze“ auf die Bühne

Premiere am 15.12.2018 um 19.30 Uhr

Vorstellungen am 21. Dezember, 5. Januar, 20. Januar, 22. Januar, 23. Januar,  2. Februar, 24. Februar, 26. Februar, 7. März, 16. März, 4. April,  6. April, 10. Mai
Tickets hier: Theater der Altmark

Inszenierung: Louis Villinger
Bühne & Kostüme: Mark Späth
Musikalische Einrichtung: Andreas Dzuik
Video: Max Kupfer
Dramaturgie: Cordula Jung
Bearbeitung von Jochen Gehle

Andreas / Opa / Direktor / Frau Thiel / Spitzbart: Dimitrij Breuer |
Hanna / Frau Thiel / Intershop-Verkäuferin / Westblondine: Caroline Pischel |
Jens / Opa / Hannas Vater / Direktor / Frau Thiel / Intershop-Verkäuferin / Andreas Vater / Westarsch: Andreas Schulz

Wieder auf dem Spielplan am Volkstheater Rostock

„Jenseits der blauen Grenze“
Vorstellungen am 2. Oktober, 3. Oktober, 24. Oktober, 25. Oktober, 16. November

Tickets hier

Die Premiere von „Jenseits der blauen Grenze“ am
fand am 7. April 2018 statt. Hier die Rezension der Süddeutschen Zeitung.

Foto: Frank Hormann

Regie: Angelika Zacek
Ausstattung: Heike Mondschein
Dramaturgie: Anna Langhoff
Spielefassung: Julia Korrek
Schauspielerin: Sophia Platz
Schauspieler: Alban Mondschein

 

„Wessis würden niemals nackig baden“

Das Studierendenmagazins „Moritz“ der Universität Greifswald hat Grit Poppe und mich zum Thema Ost und West interviewt.

Constanze Budde hat Fragen gestellt zu Vorurteilen in der Nachwendezeit und ob die Kategorien Ost und West für die heutige jüngere Generation noch eine Rolle spielen sollten.

Der Artikel trägt den provokanten Titel „Wessis würden niemals nackig baden“ – ein mittlerweile widerlegtes Vorurteil meiner Oma nach dem Mauerfall und der Invasion westdeutscher Badegäste in das Warnemünde der frühen 90er Jahre.

Hier ein Auszug:

Bald 30 Jahre liegt der Fall der Mauer zurück, doch die Diskussionen über Unterschiede in Ost- und Westdeutschland nehmen kein Ende. Wie wichtig ist es, die Vergangenheit aufzubereiten und wie zielführend die Verdeutlichung der Unterschiede für eine Generation, die nur ein Deutschland kennt? Das haben wir zwei (ost-)deutsche Autorinnen gefragt, Grit Poppe und Dorit Linke, die in ihren Jugendbüchern ein Stück DDR-Geschichte aufnehmen.

Denken Sie noch in Ost-/Westkategorien?

Grit: Nein.

Dorit: Erstaunlicherweise habe ich das nie, bzw. nicht lange. Seit den frühen 90er Jahren wohne ich in Berlin und habe so viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gegenden Deutschlands und der Welt kennengelernt, dass die Ost-West-Dimension für mich keine tragende Rolle mehr spielt. Für das Verständnis der heutigen Lage ist es jedoch wichtig, sich ernsthaft und intensiv mit den unterschiedlichen positiven als auch negativen Einflüssen zu befassen, denen die Menschen in den beiden deutschen Staaten nach 1945 ausgesetzt waren.

Sofern Sie jemals Vorurteile gegenüber „Wessis“ hatten, welche waren dies? Welche haben Sie in ihrer Jugend gelernt, welche davon haben sich bestätigt bzw. widerlegt?

Grit: Ich hatte keine Vorurteile. In der Schule wurde der Westen als Klassenfeind dargestellt. In der Klasse eins bis drei haben Lehrer auch Ängste geschürt. Der Westen war »böse«, da gab es Mord und Totschlag, Obdachlose und Drogensüchtige wurde uns vermittelt. Als ich dann hörte, dass meine Großmutter in den Westen reist – als Rentnerin durfte sie das ja – habe ich mir Sorgen um sie gemacht, dass ihr dort etwas Schlimmes passieren könnte. Das war aber nur in der Zeit der Unterstufe so, später habe ich diese Greuelmärchen nicht mehr geglaubt.

Dorit: In der Zeit nach der Wende hat meine Oma immer gesagt: »Die Westdeutschen wissen alles und können alles, vor allem können sie viel quatschen. Außerdem sind sie verklemmt und würden niemals in Warnemünde nackig baden« Das Bild vom westdeutschen Alleskönner hat sich schnell korrigiert, als ich 1992 an der TU in West-Berlin mein Studium begonnen hatte. Bestätigt hat sich die Wortgewandtheit der Westdeutschen; ich saß in den Seminaren und staunte über die Selbstsicherheit der meisten meiner westdeutschen Kommilitonen. Ich selbst bekam den Mund nicht auf, aus Angst, etwas Falsches zu sagen.

Können wir in der »jüngeren« Generation einfach »gesamtdeutsch« sein? Wie soll »zusammenwachsen, was zusammengehört«, wenn uns durch Medien vom»unterentwickelten« Osten oder dem »überheblichen« Westen erzählt wird oder Statistiken über die prozentuale Verteilung des Namens »Ronny« erstellt werden?

Grit: Fragen darf man alles und sich selbst eine Meinung bilden. Am besten ist meines Erachtens der direkte Kontakt, das Gespräch und das Nachfragen, und falls man Geschichtliches erfahren möchte, empfehle ich die richtigen Bücher zu lesen und mit Zeitzeugen zu sprechen beziehungsweise ihnen zuzuhören – zum Beispiel bieten Gedenkstätten solche Gespräche an. Natürlich kann die jüngere Generation gesamtdeutsch sein, sollte sie sogar, die Einteilung in Ossis und Wessis hat sich für die nach ’89 Geborenen zum Glück erübrigt. Das bedeutet nicht, dass sie sich nicht mit der Geschichte beschäftigen sollten.

Dorit: Bei all den Diskussionen um Ost und West sollte man sich als junger Mensch vor Augen halten: Vorurteile sind dumm, doch elementare Unterschiede des Aufwachsens der Menschen gab es. Sie sind bis heute prägend. Für den Westteil Deutschlands endete die Diktatur 1945, im Ostteil dauerte sie in anderer Ausprägung bis 1989 an. Die Menschen im Osten waren 44 Jahre länger Angst, Einschränkung, systematischer Unterdrückung, Zensur und willkürlichen Autoritäten ausgesetzt, mit allen bekannten und wissenschaftlich belegten Folgen, auch für die heutigen Generationen im Osten und die, die nun im Westen leben. Die konservative Haltung »Nun muss es aber auch mal gut sein mit dem Thema Ost und West« ist unpassend und ignorant.

Mauerfall und Wende, in der gesamtdeutschen Erinnerung positiv besetzt, waren für viele Ostdeutsche in den mittleren Jahren eine traumatische Erfahrung, verbunden mit Entwertung ihrer Identität und Kultur, ihres Alltags und des Wissens. Ausbildungen und Berufe waren schlagartig nichts mehr wert, wurden nicht mehr gebraucht. Daneben fand eine Entwertung des Kapitals statt. Die meisten Menschen begannen 1990 bei Null, selbst wenn sie bereits 40 Jahre lang gearbeitet hatten. Der Anteil an Eigentum im Vergleich zum Westen war gering. Sie erlebten mit der Vereinnahmung durch westdeutsche Strukturen Machtlosigkeit, Kontrollverlust und Diskriminierung, was zu Sprachlosigkeit eines großen Anteils dieser Generation führte. Es blieb über Jahre das Gefühl der Stigmatisierung, was sich auf die nachfolgende Generation übertrug, die ebenso orientierungslos war, lediglich jünger, optimistischer und formbarer.

Diese (meine) Generation musste die Sprache wiederfinden, oft auch stellvertretend für ihre Eltern, die im neuen System nicht alle Fuß fassen konnten. Das war nun eine lange Liste negativer Brüche, es gab daneben unendlich viele positive Dinge, die aber in der generellen Überforderung nicht sofort positiv erfahrbar waren. Um nur einige zu nennen: Demokratie, Meinungsfreiheit, Mobilität, Toleranz, Vielfalt, Freiheit. Man muss für das Inanspruchnehmen dieser Werte Stärke haben, und die hatten viele Menschen nicht sofort, sondern mussten sie mit der Zeit entwickeln.

Die Menschen Ihrer jungen Generation können sich alle zusammen an einen Tisch setzen und über ihre jeweiligen subjektiven Eindrücke reden, ganz egal, ob sie aus Gelsenkirchen oder Pasewalk kommen. Und wenn Sie nun alle an diesem Tisch sitzen und über Ihren Wunsch nach einer „gesamtdeutschen“ Generation sprechen, wäre es fatal, in diese Überlegungen mit der Intention zu starten, dass es keine Ursachen für alle sichtbaren und gefühlten Unterschiede mehr gäbe.

Wenn darüber diskutiert wird, dass in der neuen Regierung beinahe ausschließlich Minister aus dem Westen vertreten sind, fühlen Sie sich als Ostdeutsche weniger vertreten/ übergangen, oder ist das für die tatsächliche »Ost-Politik« nicht wirklich relevant?

Grit: Na ja, mit Angela Merkel ist ja auch eine Ostfrau vertreten. Ich fühle mich eigentlich von keiner Partei vertreten im Moment. Ich vermisse die Inhalte der Bürgerbewegung ’89 – also eine Politik, in der Menschenrechte, Freiheit und Demokratie im Mittelpunkt stehen.

Dorit: Die ungleiche Verteilung der wichtigen, unsere Demokratie gestaltenden Stellen ist Ausdruck der eben ausgeführten Punkte. Mir persönlich ist es egal, wer das Richtige tut. Empfehlung an die Politik: Bringt Chancengleichheit und Perspektive zu den jungen Menschen im Osten, dann klappt es auch mit den Eltern wieder besser.

Braucht es (noch) eine Ost-Politik? Wie sollte sie idealerweise aussehen? Oder vertieft es eher die Gräben?

Dorit: Man sollte das Ansinnen nicht Ost-Politik nennen, sondern klarstellen, dass die Leistung gesamtdeutsch erbracht werden muss. Die vergangenen Wahlen zeigen, dass es bitter nötig ist, sich unter anderem auch mit den Fehlentwicklungen nach der Wiedervereinigung zu befassen. Es tut keiner Demokratie gut, wenn sich Menschen in ganzen Regionen von ihr verabschieden. Man sollte stattdessen über gemeinsame Werte und Ziele sprechen.

Volkstheater Rostock: Jenseits der blauen Grenze

Am 7. April 2018 fand die Uraufführung von „Jenseits der blauen Grenze“ am Volkstheater Rostock statt. Es war ein einzigartiges Erlebnis. Ich kann das Theaterstück sehr empfehlen, und zwar für Jung und Alt.

Jenseits der blauen Grenze kann von Klassen und Schulen zu einem Wunschtermin bestellt werden. Kontakt: theaterpaedagogik(at)rostock.de.

Die Welt: Gelungene Uraufführung-um-DDR-Flucht

Schauspielerin: Sophia Platz
Schauspieler: Alban Mondschein
Regie Angelika Zacek
Ausstattung Heike Mondschein
Dramaturgie Anna Langhoff
Spielfassung von Julia Korrek

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Dorit Linke

Für den Unterricht an Schulen

 

Jenseits der blauen Grenze Schullektüre

 

Unterrichtsmaterialien Jenseits der blauen Grenze von Dorit Linke

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„Jenseits der blauen Grenze“ am Volkstheater Rostock

Foto © Charlotte Burchard

Mit dem Volkstheater Rostock verbindet mich sehr viel. Meine Mutter hat dort ihr gesamtes Berufsleben als Maskenbildnerin gearbeitet und mich oft mit in die „Maske“ genommen.

Schon als kleines Kind kannte ich mich hinter den Kulissen aus, habe das Treiben hinter der Bühne gebannt und fasziniert verfolgt, durfte unter der Decke bei den Scheinwerfern sitzen und von oben die Stücke anschauen. Ich lernte, dass die dramatischen Auftritte der Schauspieler mitunter schon vor dem Stück begonnen und dass das Theater ein Ort war, an dem das Leben in der DDR bunter, mutiger, subversiver und lustiger als Anderswo war – ein einzigartiger Kontrast zum Alltag.

Der Geruch von Perücken, Puder und Schminke ist mir noch immer in der Nase, das Gepolter und Gelächter der Mitwirkenden noch immer im Ohr.
Und weil das so ist, freue ich mich sehr darüber, dass das Volkstheater Rostock als erstes Theater „Jenseits der blauen Grenze“ auf die Bühne bringt.

Die Premiere war am 7. April 2018.
http://www.volkstheater-rostock.de/spielplan/a-z/jenseits-der-blauen-grenze/

Meine Jugendweihe - Familie vorm Volkstheater Rostock

Jugendweihe mit der Familie, Volkstheater Rostock „Großes Haus“, 1986

eBook „Der lange Weg in den Frieden“

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde 2016 zum dritten Mal der Deutsche eBook Award verliehen.

Dieses Jahr erhielten Schülerinnen und Schüler der Münchener Neuhofschulen einen Sonderpreis für ihr eBook „Der lange Weg in den Frieden“. Das Projekt setzt sich mit dem Thema „Flucht“ auseinander und verwendete als Inspiration meinen DDR-Roman „Jenseits der blauen Grenze“. Entstanden ist das Buch während des White Ravens Festival der Internationalen Jugendbibliothek.

Bild zeigt 4 Personen

 

 

 

 

 

 

Jury-Meinung:

Das enhanced E-Book „Der lange Weg in den Frieden“ widmet sich der aktuellen Fluchtthematik und basiert auf der Lektüre des Romans Jenseits der blauen Grenze von Dorit Linke. Es zeigt eindrucksvoll, wie digitale Medien im Unterricht kreativ, funktional und inhaltlich sinnvoll in Eigenproduktion gestaltet und dabei die Medienkompetenz der Digital Natives genutzt werden können.
Die Umsetzung berührt genau deshalb, weil Schüler als „Prosumer“ in der Auseinandersetzung mit dem Thema „Flucht“ vielfältige Wege gefunden haben, ihren Gedanken, Gefühlen und Positionen Ausdruck zu verleihen. Diese außerordentliche Eigenleistung und die unbefangene multimediale Umsetzung im Rahmen des Unterrichts zeigt, wie digitale Medien und besonders die eigenaktive, kreative Arbeit damit in den Unterricht integriert werden kann – auch ohne perfektioniertes technisches Know-how.

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