In der rappelvollen U7, Feierabendverkehr, Leute stehen dicht an dicht.

Eine Frau und ein Mann um die sechzig drücken sich in die Bahn. Beide sind gut gelaunt, nicken den Fahrgästen motivierend zu, lachen. Sie zieht ihre Jogginghose nach oben, er stellt einen tragbaren Verstärker auf den Boden und drückt der Frau ein Mikro in die Hand.

Extrem laut ertönt die Melodie zu „My Heart will go on“. Die Frau hüpft von einem Bein auf das andere, er klatscht in die Hände.

Dann fängt sie an zu singen, auch das wiederum sehr laut, im Grunde schreit sie. Die Töne trifft sie nicht, auch der Text sitzt nicht. Sie kann kein Englisch und singt so, wie sie denkt, dass es richtig ist. Dabei lacht sie und verteilt Handküsse. Ich muss mich zwingen, nicht zu grinsen, auch die Gesichter der Mitfahrenden zucken.
„Hoffentlich sinken wir jetzt nicht“, sage ich, und der Mann direkt neben mir prustet los.

Als der Song sich dem Ende neigt, ruft die singende und tanzende Dame zum Abschluss „Heart Heart“.

Titanic-Valentinstag in der U7. Passt.