Dorit Linke, Autorin

Wissen, Werte und Bildung in Zeiten der Digitalisierung

Schlagwort: DDR Aufarbeitung

Kinderland oder: Verstehen, wo wir herkommen

Lest den Essay „Kinderland“ über die Nachwirkungen der DDR auf die Folgegeneration, von der Dramatikerin und Autorin Anne Rabe und erschienen in der Zeitschrift Merkur.

Sie schreibt mit klarer Sprache und mit einer Haltung, die weder schön redet noch verklärt oder abschließt.

Danke für diese notwendige Bereicherung der Debatte.

Die Lehrer, die wenige Jahre zuvor ihren Schülern noch vermitteln sollten, dass die DDR das bessere Deutschland ist und der Westen der Klassenfeind, arbeiteten jetzt für diesen Westen und sollten uns auf ein Leben in einer Gesellschaft vorbereiten, die sie selbst nicht kannten. Vielleicht überspielten sie bloß ihre Hilflosigkeit mit dem autoritären Gehabe? Vielleicht machten sie aber auch einfach so weiter wie immer. Man hatte sie übernommen und für brauchbar befunden. Sie schwiegen über die Stasi und über die Funktion, die sie im System innehatten. Dass wir jetzt Partys auf dem Gelände eines ehemaligen Jugendwerkhofs feierten, war weder für sie noch für unsere Eltern Anlass, uns Margot Honeckers menschenverachtendes System der Jugendhilfe zu erklären.“ Anne Rabe in „Kinderland“

Kinder- und Jugendliteratur über die DDR

„Jenseits der blauen Grenze“ hat es 5 Jahre nach Erscheinen tatsächlich in „Die Zeit“ geschafft – dank der großartigen Autorenkollegin Susan Kreller. Ich freue mich riesig über diese Wertschätzung.

Susan Kreller in „Die Zeit“ vom 2. Oktober 2019

„Auf dem Mifa-Rad zum Ostseestrand“ ist ein sehr lesenswerter und kluger Artikel über die Kinder- und Jugendliteratur der vergangenen Jahre zum Thema DDR.

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Dorit Linke auf der Frankfurter Buchmesse

Anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Mauerfall“

Falls ihr auf der Messe seid und noch nüscht vorhabt: Kommt rum, ich freue mich auf euch. Ahoi.

Lesung und Gespräch auf der Buchmesse mit Dirk Kummer, Susan Schädlich, Dorit Linke

Die drei Autor*innen sprechen über ihre unterschiedlichen Umsetzungen des Themas und lesen aus ihren Büchern

Wann: Samstag, 19.10.2019
von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr
Ort: Lesezelt (Agora)

Weitere Informationen

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„Wer Nazis war, bestimmen wir“

Rassismus und Rechtsextremismus sind ein tief liegendes Phänomen des Ostens und nicht Folge der Wiedervereinigung, wie oft und fahrlässig erzählt wird. Sie müssen daher auch nicht als Systemkritik überinterpretiert werden, sondern als das benannt werden, was sie sind: Rassismus und Rechtsextremismus.

Hier ein erhellender Beitrag zum Thema: Die DDR und ihre Neonazis: Real existierender Rechtsextremismus, Beitrag im Deutschlandfunk von Sabine Adler

Auszug:
Die DDR hatte sowohl ein Neonazi-Problem als auch eines mit Alt-Nazis, erkannte die Buch- und Filmautorin Freya Klier, die in ihrem Umfeld von immer mehr Personen mit einer braunen Vergangenheit erfuhr. Im Gegensatz zur offiziellen Lesart: „Alle Nazis waren im Westen und wir waren auf der Seite der sowjetischen Befreier. Dann lernte ich die ersten Freunde kennen, die mir still mitteilten, dass ihr Vater eigentlich Lehrer war und davor in der NSDAP. Der hatte es dann zu einer großen Parteikarriere in der DDR geschafft. Die Polizei wurde übernommen, also Mittelbau, Unterbau komplett. Es spielte dann schon bald keine Rolle mehr, wer was war vorher. Dann ging immer der Spruch rum: Wer Nazis war, bestimmen wir.“

Hier geht zum Beitrag des Deutschlandfunk

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„Umkämpfte Zone“ unter den 10 besten Sachbüchern im September

Aus gegebenem Anlass möchte ich euch erneut auf meine Buchempfehlung aus dem Monat März aufmerksam machen:

Ines Geipels „Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass“
ist unter den 10 besten Sachbüchern des Deutschlandfunk Kultur, ZDF und „Die Zeit“ im Monat September.

Meines Erachtens das Buch der Stunde (bzw. der nächsten Jahre) zum Osten. Unbedingt lesen.

Ines Geipel ist als Person und mit ihrer Arbeit sehr überzeugend, daher hier ein interessantes TV-Interview.

Hier meine Rezension aus März 2019.

Buch kaufen: Klett-Cotta-Verlag

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