Dorit Linke, Autorin

Wissen, Werte und Bildung in Zeiten der Digitalisierung

Kategorie: Politische Bildung Seite 1 von 5

Multimediale Buchpräsentationen

Mein Lesungs-Angebot für Schulklassen, Bibliotheken, Lesefestivals und andere Veranstalter habe ich visualisiert. Wichtig: Ich lese auch online und interaktiv für Klassenverbände, die unter den gegebenen Umständen nicht zusammen sein können.

Konzeptionell: Multimediale Buchpräsentationen, interaktive Onlinelesungen, Zeitzeugengespräche

Inhaltlich: Leben in der DDR, Alltag von Jugendlichen, Aufwachsen im geteilten Berlin, Friedliche Revolution, Mauerfall, Wiedervereinigung

Das Format lässt sich gut in den Unterricht integrieren und ist geeignet ab der 6. Klasse. Unterrichtsmaterialien stehen zur Verfügung. Mein Focus liegt auf der Vermittlung von Wissen und der Förderung der Lesekompetenz junger Menschen. Unterrichtsmaterialien liegen vor.

Termine können hier vereinbart werden
Weitere Infos über mich und meine Arbeit findet ihr auf dieser Webseite. Bei Fragen bitte einfach über das Kontaktformular melden. Ahoi und bis bald im Klassenzimmer!

Infos zum Buch gibt es hier

Die Plattform onleli – Wissensvermittlung im Unterricht

Katharina Lifson und ich von METIS e.V. reden über die Plattform Onleli, die ich Anfang 2020 gegründet habe. Hört und schaut doch mal rein.

Onleli ist die übergeordnete und verlagsunabhängige Plattform für Live-Onlinelesungen im Schulunterricht oder außerschulisch – von professionellen Autorinnen und Autoren aus dem deutschsprachigen Raum, vornehmlich Jugendbuchautoren.

Die Autorinnen und Autoren von onleli bieten Live-Online-Lesungen aus ihren jeweiligen Büchern und Fachgespräche für den Unterricht an. Sie berühren lehrplanrelevante, aber auch gesellschaftspolitisch wichtige Themen und lassen dabei ihr wertvolles und über Jahre erarbeitetes Fachwissen einfließen.

Katharina Lifson widmet sich seit 2015 über verschiedene Vereine der kulturellen Bildung und setzt Projekte zur digitalen Leseförderung um.

Informationen zu unserer Arbeit findet ihr auch hier:
https://metis-in-mv.de/

Lauter deutsche Heldengeschichten

Wenn in der nächsten Zeit wieder diese Texte die Runde machen, in denen von den ach so schwierigen 90er Jahren die Rede sein wird, wenn die Klagen darüber kommen, dass Ostdeutsche so wenig erben, wenn angeblich fehlende Beteiligungsmöglichkeiten am gesellschaftlichen Diskurs kritisiert und rechtsextreme Taten zur logischen Folge eines allgemeinen Abgehängtseins des Ostens erklärt werden, wenn bedeutungsschwanger geraunt wird, dass die DDR an sich und irgendwie schon eine super Idee war, wenn all diese „Argumente“ widerlegt sind, man aber weiter darauf beharrt, weil man das alles einfach so im Gefühl hat – dann werde ich immer wieder diesen Text von Mely Kiyak lesen. Tut es bitte auch, er verdient es!

Text von Mely Kiyak: Lauter deutsche Heldengeschichten

Lessing-Preis für Kritik 2020 für Ines Geipel

Prof. Ines Geipel

Am 11. Oktober 2020 wurde die Autorin und Publizistin Prof. Ines Geipel in Wolfenbüttel mit dem Lessing-Preis für Kritik 2020 ausgezeichnet.

Die Literaturkritikerin Dr. Insa Wilke würdigte in einer beeindruckenden Laudatio das vielfältige literarische Werk von Ines Geipel und ihr bedeutendes und jahrzehntelanges Engagement für die Opfer der DDR und die Rehabilitation von unterdrückten Autorinnen und Autoren.

Dr. Insa Wilke

Ines Geipel werfe „Blickschneisen in einen verdunkelten Raum“ und sichere sich durch die „Genauigkeit ihrer Sprache, die Entschiedenheit ihrer Fragen … die Wahrnehmung in einer politischen Öffentlichkeit“, sagte Dr. Insa Wilke.

Auf ihrer Webseite gratulierte die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur Anne Drescher: „Ines Geipel hat sich für geschädigte ehemalige DDR-Sportler, für die Aufklärung über das DDR-Staatsdoping und für unterdrückte DDR-Literatur engagiert. In ihrem literarischen Schaffen hat sich Ines Geipel berührend und tiefgründig mit Verletzungen und Deformationen eines diktatorischen Systems auseinandergesetzt.“

Hier findet ihr weitere Informationen, unter anderem auch die höchst lesenswerte Laudatio.

Preisverleihung: Cord-Friedrich Berghahn, Jury der Lessing-Akademie

Die drei jungen russischen Forscherinnen Margarita Maslyukova, Ekaterina Melnikowa und Ekaterina Pavlenko der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ wurden auf Vorschlag Ines Geipels von der Lessing-Akademie mit einem Förderpreis ausgezeichnet.

Lessing-Theater Wolfenbüttel

Alle zwei Jahre wird der Lessing-Preis für Kritik verliehen und würdigt bedeutende und institutionell unabhängige kritische Leistungen. Er ging bisher unter anderem an Elfriede Jelinek, Alexander Kluge und Peter Sloterdijk.

Es war eine Ehre für mich, bei der Verleihung dabei sein zu dürfen, ist Ines Geipel doch eine der stärksten und klügsten Stimmen für die Aufarbeitung und Anerkennung von DDR-Unrecht.
Danke für diese besondere Zeit.

Fotos und Text: Dorit Linke

Bücher von Ines Geipel (Auswahl)
Buchkauf u.a. über Klett-Cotta

Hannah Arendt in Berlin

Hier einige Eindrücke von der Hannah-Arendt-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum. Eine beeindruckende, berührende, einzigartige Persönlichkeit.

Die Ausstellung läuft noch bis Mitte Oktober. Und wer es nicht nach Berlin schafft, kann schließlich jederzeit ihre Bücher lesen.

Digital Schnick Schnack

Wie sieht es aktuell mit digitalisierten Lernprozessen, Leseförderung und digitaler Medienbildung aus?

Der Verein METIS ist mit seinen Projekten immer sehr konkret. Das bedeutet, dass wir in unseren Kursen über das gemeinsame Lesen von Jugendbüchern die Lesekompetenz stärken und gleichzeitig Fotos, Filme oder kleine Texte produzieren, bis hin zu Kostümen und Requisiten für unser Online Theater.

Wir wollen mit diesem Beitrag die Digitalisierung im Bereich Bildung und Kultur mal mit etwas Abstand betrachten. Dazu habe ich die Medienpädagogin und Vorstandsvorsitzende von METIS e.V., Katharina Lifson, interviewt.

Katharina ist seit Anfang des Jahres bei METIS, doch bereits seit 2015 widmet sie sich über verschiedene Vereine der kulturellen Bildung und setzt Projekte zur digitalen Leseförderung um.

Dazu kommt ein wichtiger und konkreter Blickwinkel: seit 2018 ist sie wieder Studentin und steht kurz vor dem Staatsexamen für das Lehramt am Gymnasium in Deutsch und Geschichte.

Informationen zu unserer Arbeit findet ihr hier: https://metis-in-mv.de/

Sabine Adler: Verkannt und verrannt – Frauen in der rechtsextremen Szene

von Sabine Adler

Die Reportagen von Sabine Adler, Journalistin und Korrespondentin des Deutschlandfunks, schätze ich sehr.
Diese hier möchte ich euch ans Herz legen.

Deutschlandfunk, Sendung vom 04.07.2020: „Verkannt und verrannt – Frauen in der rechtsextremen Szene“

Weiterführende Informationen und Texte findet ihr bei Deutschlandfunk Kultur

Deutschlandradio: „Sabine Adler ist eine der ausgewiesensten journalistischen Kennerinnen Osteuropas. Sie berichtet seit Anfang 2015 von Berlin aus über diese Region für die drei Programme von Deutschlandradio.“

Die Reportagen von Sabine Adler erscheinen u.a. im „Das Wochenendjournal“

Achtung! Verschwörung!

Krisen führen zu kruden Verschwörungstheorien, das zeigt ein Blick in die Menschheitsgeschichte genauso wie die aktuelle Corona-Krise. Wir Autorinnen und Autoren schreiben spannende Bücher für Kinder und Jugendliche und haben dabei auch einen bildungspolitischen Anspruch.

Nicht immer erkennen junge Menschen Verschwörungstheorien. Viele holen sich ihr „Wissen“ aus zweifelhaften Quellen, sind anfällig für propagierte „einfache Lösungen“ und absurde Schuldzuweisungen. Das ist gefährlich, denn es führt neben Fehlinformation zur Ausgrenzung anderer Menschen und zu einem inhumanen „Wir-Gegen-Euch“ Denken.

Was dagegen hilft? Bildung, Spaß am Denken und Freude am Erarbeiten von Zusammenhängen, aber auch die Einsicht, dass Lernen ein Prozess ist, der uns alle ein Leben lang begleiten sollte. Literatur kann Schülerinnen und Schüler dazu befähigen. Wir #onleli Autorinnen und Autoren kommen mit Büchern, Wissen und Erfahrungen in die Klassenzimmer.

So leicht kommen wir nicht davon

Anfang Mai durfte ich zur virtuellen Ringvorlesung „Grenzen, Wenden, Umbrüche. Mauerfälle in Literatur, Musik und Film“ der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beitragen.

Maren Conrad, Juniorprofessorin für Neuere deutsche Literatur, Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur, und ich haben Onlinelesungen zu „Jenseits der blauen Grenze“ und zu „So leicht kommen wir nicht davon“ (Roman ist in Arbeit) durchgeführt und außerdem einen Podcast aufgenommen. Wir sprachen über die Bedeutung von Geschichtsvermittlung an Schulen, über die DDR und über Rostock-Lichtenhagen.

„Schreiben über die DDR. Ein Werkstattgespräch zu Romanprojekten – Schweigen, Gewalt und Wegschauen in der DDR als ein Motor der rassistischen Übergriffe in Rostock-Lichtenhagen 1992.

Hört doch mal rein, ich würde mich freuen:
Podcast Ringvorlesung: mit Maren Conrad (Universität Erlangen) und Dorit Linke





Auf Sicht fahren – Geht’s noch?

Eine Haltung prägte die letzten Jahrzehnte der Buchbranche: „Wir versuchen es auf unsere Art, so lange es eben geht. Und wenn es nicht mehr geht, dann übernehmen die, die es können.“ Mit dieser innovationsfeindlichen Verhaltensweise wurde dem Neoliberalismus Tür und Tor geöffnet. Und er hat mittlerweile übernommen. Eine steile These? Schauen wir uns mal die aktuelle Wirklichkeit an.

Wie oft habe ich den vergangenen Wochen von Autoren, die nicht „nur“ zwei, drei Bücher (immerhin!), sondern weit mehr veröffentlicht haben, gehört: „Ohne Lesungen kann ich nicht weitermachen“.  Die letzte gute, konventionelle, mehr oder weniger regelmäßige Einnahmequelle ist derzeit versiegt. Ob, wann und wie sie wieder zu sprudeln anfangen wird, steht in den Sternen. Doch davon hängt für hauptberufliche Autoren nun fast alles ab.

Untervergütung, Dumpingpreise, Flatrates, eine desaströse digitale Verwertung zwingen Autoren schon lange in die Knie. Bücher lohnen sich nicht für die, die sie schreiben, zumindest nicht finanziell. Das ist nichts Neues, das wissen Verlage, Lektoren, Vertriebler, Buchhändler, Agenten seit Jahren. „Der Markt gibt nicht mehr her“, ist das Totschlagargument seit Jahren. Diesem Mantra hat man sich ausgeliefert, es akzeptiert, weil es irgendwie funktioniert hat. Bis jetzt.

Das Buchbranchenkartenhaus droht zusammenzukrachen, so wie andere Kartenhäuser unserer Gesellschaft auch. Buchhandlungen sind geschlossen, der mächtigste Onlinehändler liefert vorzugsweise andere Waren aus, geplante Neuerscheinungen werden verschoben, Veranstaltungen fallen aus, die Absagen reichen aktuell bis in den Herbst hinein.

Ein Großteil der Autoren sieht in Zeiten von Corona nun kein Land mehr. Einfache Wahrheit: Die am Anfang der Verwertungskette stehen, springen als erste über die Klinge, Ausnahmen gibt es immer. Systemrelevanz wird nicht wertgeschätzt, das ist die simple, systemimmanente Wahrheit. Zu Recht regen sich die Leute in den sozialen Diensten über das Balkongeklatsche auf, so nett es auch gemeint ist. Immerhin können wir Autoren weiterschreiben, das zumindest bleibt. Und so gesehen sind wir mit dieser Kernkompetenz ganz am Ende dann doch wieder vorn, insofern wir durchhalten und noch Bock auf all das haben.

In den letzten Tagen haben wir häufig die Formulierung aus der Buchbranche gehört, man müsse jetzt „auf Sicht fahren“ – in Zeiten der Digitalisierung ist dies das größte, ärgerlichste Armutszeugnis überhaupt, es ist verantwortungslos den Wertschöpfenden gegenüber, doch die Formulierung beschreibt gut den Zustand, der seit Jahren beharrlich verteidigt wird. Also weiter auf Sicht fahren.

Gleichzeitig sehen wir aber auch, wie schnell es gehen kann mit den neuen Ideen (die so neu nicht sind). Etliche Schulen führen rasant digitale Formate und Konferenzsoftware ein. Datenschutz?  Ist doch jetzt egal! Plötzlich scheint einiges möglich, plötzlich ist da ein Pioniergeist, ein „Über-den-Tellerrand-Schauen“, eine trotz allem vorwärtsdrängende Stimmung. Ich wünschte, wir hätten dies in ruhigen Zeiten getan, hätten achtsam und mit der nötigen Besonnenheit umstrukturiert, hätten Abwehr gegen das Unbekannte ersetzt durch Neugier auf das Neue. Eine vernünftige Abwägung von Innovationsdruck, Sicherheit und Werten hätte längst stattfinden und auch umgesetzt werden müssen.

Doch hätte hätte muss nun vorerst zuhause bleiben.

Ich schreibe derweil weiter.

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